JägerInnen stellen nur 0,3 % der Bevölkerung dar und trotzdem beherrschen sie fast unsere gesamte Natur. Die weit mehr als 100.000 JägerInnen durchstreifen schwerbewaffnet unsere Wälder oder sitzen im Hinterhalt auf Hochständen, um das wehrloses Wild abzuknallen. Die Grünröcke metzeln jedes Jahr mehrere Millionen Tiere in Österreich und der BRD nieder. Hinzu kommen allein bis zu 40.000 erschossene Hunde und bis zu 400.000 Katzen, für deren Tod die JägerInnen (nach eigenen Angaben sogar stolz darauf) verantwortlich sind. Vermehrt auftretende Jagdunfälle, bei denen Menschen sterben, werfen die Frage auf: Sind Jäger eine Bedrohung für uns alle?
Konkurrenz ausgerottet!
Die Jägerschaft belügt seit Jahrzehnten die Öffentlichkeit und stellt sich gerne als Heger dar, welcher die Aufgaben der Raubtiere übernehmen müsste. Sie spielt sich gerne als „Spitzenregulator“ auf. Dass es die Jäger selbst waren, sie sich an diese Stelle geschossen haben, welche Wölfe, Bären und Luchse ausgerottete haben, welche die Füchse gnadenlos verfolgen und dass sie auch davor nicht zurückschrecken, geschützte und vom Aussterben bedrohte Greifvögel abzuknallen, verschweigen sie lieber. Vehement wehren sich die Grünröcke gegen die Wiederansiedelung dieser Raubtiere!
Selbst die Jägerschaft gesteht ein, dass jegliche Jagd zur „Bestandskontrolle“ der Wildtierpopulation unnötig ist! Jedenfalls wird momentan für Paarhufer in solchem Ausmaß seitens der Jäger zugefüttert, dass im Vergleich zum selbst regulierenden Gleichgewicht viel zu große Populationen vorhanden sind, von denen dann die Jägerschaft wiederum behauptet, sie müsse reduziert werden!
In den vom WWF gepachteten Jagdrevieren des Nationalparks Hohe Tauern, innerhalb der weder gejagt noch zugefüttert wird, wurde eine Untersuchung durchgeführt, die belegt, dass Paarhufer auch ohne jegliche Zufütterung ein selbst reguliertes Gleichgewicht erreichen, ohne dabei den Wald zu ruinieren. Verschiedenste andere (auch internationale) Studien haben das bestätigt.
Angelockt und abgeknallt
Aus den Tierschutzgesetzen, die von zumeist selbst hobby-jagenden Politikern verabschiedet werden, ist die sog. „weidgerechte“ Jagd explizit ausgenommen. D. h. also kurioserweise für die Jagd, dass die Täter selber, also die JägerInnen, bestimmen dürfen, welche Taten legal und so „weidgerecht“ sind.
Den Blattschuß, d. h. den sofortigen Tod des angeschossenen Tieres, gibt es in der Praxis nicht. Einerseits kommen die Jäger in den meisten Fällen nicht nahe genug an ihre Opfer heran, um auch wirklich gut treffen zu können, andererseits streuen Schrotladungen z. B. schon nach 4 m bei einer Flugdistanz von 50 m. Angeschossene Tiere, die zunächst entkommen und dann elendiglich verrecken, sind somit der Normalzustand! Bei abendlicher Jagd und bei der Jagd auf Wildschweine wird sogar im Jagdprüfbehelf ausdrücklich empfohlen, die sog. „Nachsuche“ nach verletzten Tieren erst nach geraumer Zeit bzw. am nächsten Tag durchzuführen! Gerade Wildschweine können praktisch nie beim ersten Schuß getötet werden und ag. ihrer Gefährlichkeit bei Verwundung wird von jagdlicher Seite empfohlen, solange zuzuwarten, bis das Tier genügend geschwächt oder gar verendet ist. Im übrigen gilt in Österreich sogar noch die Saufeder (eine Art Speer, bei der das Wildschwein noch lebend aufgeschlitzt wird) als „weidgerecht“ und legale Tötungswaffe für angeschossene Wildschweine.
Bei Wildschweinen und dem sog. Raubwild wie z. B. Fuchs und Marder ist es sogar legal, schwangere Tiere und Muttertiere mit Nachwuchs zu hetzen und zu jagen!
Scheckbuch-Schützen
In vielen Gegenden Österreichs werden gezielt Fasane oft zu tausenden in kleinen und engen Käfigen gezüchtete. Zwei bis vier Wochen vor der Treibjagd werden die Fasane dann in Freiheit gesetzt, um die Chancen aufs „Jagdglück“ zu erhöhen; zuvor muss natürlich die lokale Fuchspopulation ausgerottet werden, damit die völlig lebensunfähigen und unerfahrenen Fasane aus der Massentierhaltung nicht zur leichten Beute der Füchse werden! Es existieren auch Schießplätze, wo in gewisser Entfernung Käfige stehen, aus denen die Fasane einzeln ins Freie gelassen werden können, damit die Jäger lebende Zielscheiben haben.
Ganz Österreich ist schon ein einziger Schießstand – der Platz reicht aber noch lange nicht aus! Finanzkräftige JägerInnen führen ihren Krieg gegen die Tiere gerne im Ausland. Allein der Abschuß eines Elefanten kostet mindestens € 10.000,-, ein toter Leopard rund € 3.000,-; der Abschuß eines Bären bzw. einer Bärin samt ihren Jungen im nahen Ausland kostet rund € 3.000,- bis € 5.000,-. Für ein einziges Auslands-Gemetzel zahlen die „ehrenwerten“ JägerInnen bis zu € 50.000,-.
Die Jägersprache soll durch „angepasstes“ Vokabular über die Brutalität dieses Mordens hinwegtäuschen, diese verharmlosen und schönfärben: Sie morden nicht, sie „ernten“! Z. B. „Schweiß“ statt Blut, „absetzen“ statt gebären, „ernten“ statt abschießen und abstechen um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Ein ökologisches Verbrechen und blutiges Hobby wird so mystifiziert.
Mit diesen verbalen Verschleierungen und teuren PR-Kampagnen versuchen die Jäger Unterwerfung und Vernichtung von Tieren zum Naturerlebnis hochzustilisieren. Bisher vergeblich: Ende 1996 wurde das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage einer TV-Zeitschrift veröffentlicht. Demnach lehnen 71 % aller Deutschen zwischen 16 und 60 Jahren die Jagd ab, bei den 16- bis 29jährigen liegt die Ablehnung der Jagd sogar bei 84 %!
Die Jagd ist eines der sichersten Mittel,
das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten.
Voltaire
Tapfere Weidmänner oder Mord aus dem Hinterhalt?
Weit verbreitet ist auch noch die Gatterjagd, bei der die Tiere in Gefangenschaft gehalten und gefüttert werden, um dann gegen gutes Geld den Hobby-Jägern zur Verfügung zu stehen. Die Opfer werden innerhalb der Gatter hin- und hergetrieben und feige abgeschossen. Für die Verbreitung der Gatterjagd gibt es keine verlässlichen Daten, weil selbst der Jägerschaft die „Unehrenhaftigkeit“ dieser Art zu jagen zu unangenehm ist, als dass sie sich dazu bekennen würde.
Wenn Jäger in der Natur aktiv werden, tun sie es NIE(!) uneigennützig. Sie schaffen Futterplätze für das Wild, zumeist in Sichtweite zu ihren Hochständen, die zusätzlich noch per Forststraße bequem mit dem Auto erreichbar sind. Mit Getreide wird das Wild angelockt und nicht selten sind dem Futter Medikamente und Hormone für eine prächtige Trophäe beigemischt.
„Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.
Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit!“
Theodor Heuß, 1. Bundespräsident der BRD
Todeskampf im Teich – Warum kein Fisch?
Die Petrijünger betonen ständig ihre Naturverbundenheit, wie die Jäger auch. Sie scheinen daher zu übersehen, dass sie durch ihr brutales Handeln gravierend in das Tierdasein eingreifen, das für wehrlose Tiere angst- und todbringend ist.
Doch wie die JägerInnen betreiben sie einen blutigen Sport. „Sport“-Angler leugnen, dass Fische Todesangst und Schmerzen empfinden können.
Wahr ist: Für uns Menschen sind ihre Leiden und Schmerzen nur schwieriger zu verstehen. Der Mund und die Lippen des Fisches sind im übertragenen Sinne seine Hände. Damit fängt er seine Nahrung, baut Nester, wühlt im Boden seines Gewässers. Voraussetzung für diese Leistungen ist ein gut ausgeprägtes Tastgefühl. Ihre Todesangst äußert sich durch stark erhöhte Atem- und Herzfrequenz und ist durch wissenschaftliche Studien belegt.
„Es ist unvorstellbar, dass Fische keine Schmerzrezeptoren haben,
denn sie brauchen sie, um zu überleben…“
Prof. F. Hird, University of Melbourne
Durch die nadelscharfen Widerhaken der Angler werden die Fische schwer verletzt. Aus Angst und vor Schmerzen zappeln sie am Haken. Erbarmungslos werden sie von den Anglern an Land gezerrt, werden mit einem Holzstiel erschlagen oder an Land einfach dem Erstickungstod überlassen. Selbst wenn sie ins Wasser zurückgeworfen werden, überleben die meisten Fische nicht.
Kafka, einen Fisch in einem Aquarium bewundernd:
„Jetzt kann ich dich in Frieden anschauen…
Ich esse dich nicht mehr.“
Die industrielle Fischerei trägt zur Ausrottung ganzer Fischarten bei. Zehntausende Delphine, Seehunde, Schildkröten, Vögel und Wale ertrinken jedes Jahr in den kilometerlangen Schleppnetzen der schwimmenden Fischfabriken.
Aus den tiefen des Meeres heraufgezerrt, erleiden die Fische die unsäglichen Qualen der Druckverminderung: Oft reißt ag. des enormen Innendrucks ihre Schwimmblase, ihre Augen zerplatzen oder der Magen wird aus ihrem Mund gedrückt. Dann werden sie an Bord geschleift, wo viele von ihnen ersticken oder erschlagen werden. Andere sind noch am Leben, während man ihnen die Kehle durchschneidet oder den Bauch aufschlitzt.
Durch die Überfischung wird das natürliche Gleichgewicht der Weltmeere nachhaltig gestört. Mehr als die Hälfte aller jährlich gefangenen Fische wird zu Fischmehl für die Lebensmittelindustrie verarbeitet!
In Massentierhaltung erzeugte Fische erleiden extreme Beengtheit und unnatürliche Lebensbedingungen, die Infektionen und Parasitenbefall hervorrufen; daher werden auch hier prophylaktisch Antibiotika und Hormone für ein schnelleres Wachstum verabreicht.
Man kann Natur auch ohne Mord und Totschlag genießen. Nicht nur aus ethischen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen sind Fische keine empfehlenswerte Nahrungsquelle. Fische, Krusten- und Schalentiere können bis zu 9 Millionen Mal soviel chemische Rückstände in sich speichern, wie das Wasser, in dem sie leben selbst enthält!
Du sollst nicht töten!
Hobbies sollen Spaß und Freude machen, dienen der Entspannung und dem Zeitvertreib: Was sind das für Menschen, die Freunde und Spaß daran haben, ein wehrloses Tier feige niederzuschießen oder den Angelhaken in den hochempfindlichen Gaumen hineinzubohren und sich dabei noch entspannen zu können? Töten kann niemals Hobby oder Sport sein, es ist schlichtweg Mord!
Aus all diesen Gründen sprechen wir uns grundsätzlich gegen die Jagd und die Fischerei aus. Sie ist nicht zeitgemäß und mit dem heutigen Tierverständnis unvereinbar. Ein Wildtier gehört in seinen Lebensraum und nicht als Trophäe an die Wand.
Gerade in Österreich wäre es noch in weiten Bereichen möglich, ursprüngliche Natur zu bewahren und so ein sicheres, friedliches Zuhause für unsere Wildtiere zu schaffen. So könnten unsere Kinder wesentlich besser lernen, was Natur tatsächlich bedeutet, und nicht in der Form ausgestopfter und lebloser Trophäen, vormals lebende Tiere mit weicher Nase, Wimpern, heißem Atem oder in der Sonne bunt schillerndem Hautkleid aus Schuppen und Flossen.
Auch die alte Mähr, die Kindern zumeist aufgetischt wird:
„Wir töten nur alte, schwache und kranke Tiere…“
zieht heute nicht mehr!
Wer möchte schon das Fleisch von zähen und alten Tieren
bzw. von kranken und geschwächten Tieren essen?!